Gesundheitscoaching 1-2-3-4:
Eine Zusammenfassung
Gesundheitscoaching
Ein Programm des Kollegiums für Hausarztmedizin KHM
für Gesundheitsförderung und Prävention in der Arztpraxis
Prävention und Gesundheitsförderung in der Sprechstunde sind eine wichtige Aufgabe für den Hausarzt. Das Kollegium für Hausarztmedizin entwickelt und unterstützt zu diesem Zweck im Auftrag seiner hausärztlichen Trägergesellschaften Massnahmen und Projekte.
1 EIN Programm
Das von einer Projektgruppe des KHM erarbeitete Programm Gesundheitscoaching integriert die Beratung für die häufigsten Gesundheitsverhaltensweisen in ein gemeinsames, modular aufgebautes Rahmenprogramm für die Prävention und Gesundheitsförderung in der ärztlichen Praxis.
2 ZWEI Herausforderungen
Das Projekt Gesundheitscoaching erleichtert Prävention und Gesundheitsförderung in der Sprechstunde, indem es zwei oft vernachlässigte Herausforderungen einer wirksamen Intervention zugänglich macht:
• den nachhaltigen Einbezug der Patienten mit ihren individuellen Motivationen und Einstellungen zwecks Mobilisierung der individuellen Gesundheitskompetenz und Ressourcen ('Bedürfnisse')
• das Vorgehen bei den von Mensch zu Mensch variablen Risikokonstellationen ('Bedarf') und bei meist mehreren ko-existierenden Risikoverhaltensweisen.
3 DREI Rollen
Das Projekt Gesundheitscoaching
• gibt dem individuellen Patienten die Hauptrolle, indem es dessen Gesundheitskompetenz aktiviert,
• es macht den Arzt zu dessen Coach, und
• es nutzt und vernetzt die existierenden Einzelfaktoreninterventionen und die lokalen Angebote weiterer Gesundheitsberufe und in der Gemeinde
4 VIER Schritte
Das Programm ist ausgerichtet auf die Alltagsbedingungen in der Sprechstunde, mit breiter Erfassung und dann stufenweiser, phasengerechter Aktivierung:
• Sensibilisierung: mit kurzgefasstem Screeningblatt (4 Fragen)
• Motivieren
• Planen
• Begleiten
Das Startpaket für das Gesundheitscoaching wurde entsprechend dem Einfluss auf die bevölkerungsweite Krankheitslast (Burden of Disease) zusammengestellt und beinhaltet Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Ernährung und Stress; dieses Paket ist dank des gemeinsamen Rahmens und der gemeinsamen Vorgehensprinzipien ausbaubar auf weitere gesundheitsrelevante Aspekte und Verhaltensweisen.
Das Projekt hat die Entwicklungsphase und Akzeptanztestung abgeschlossen und will nun in einem breiten Pilotprojekt die Durchführung, die Wirkungen und den Aufwand im Massstab 1:1 mit rund 4000 PatientInnen in 20 Arztpraxen während eines Jahres testen, bevor es in eine landesweite Verbreitung geht. Pie Pilotphase startete im Dezember 2008 im Kantons St. Gallen, in Zusammenarbeit mit der Ärztegesellschaft des Kantons St. Gallen.
Die Projektfinanzierung durch Drittmittel wurde vom KHM per 31.12.2008 zu 100% gesichert. Dies wurde möglich dank Gebern aus öffentlichen, gemeinnützigen und privaten, industriellen Organisationen: Gesundheitsförderung Schweiz, Eidg. Tabakpräventionsfonds, Pfizer AG, Oncosuisse, Bundesamt für Gesundheit, Gesundheitsdirektorenkonferenz, Stiftung HelvetiaSana, Novartis Schweiz, MSD Schweiz, Frei von Tabak, Sanofi-Aventis, und Schweizerische Herzstiftung.
Info und Kontakt zu Pilotprojekt, inkl. Liste der am Pilotprojekt teilnehmenden Arztpraxen